Kompetenzfelder


Verfahrenstechnik (Reinwasser, Abwasser)

Für die verschiedenen Verwendungszwecke des Wassers (z.B. Trinkwasser, Brauchwasser) sind unterschiedliche Qualitätsstandards maßgeblich. Diese können in Abhängigkeit von der Beschaffenheit des Rohwassers durch unterschiedliche Aufbereitungsmaßnahmen erfüllt werden. Das durch den Gebrauch und die Nutzung verschmutzte Wasser muss in den natürlichen Kreislauf zurückgeführt werden, ohne diesen nachteilig zu beeinflussen. Nach Ausnutzung aller möglichen Verminderungs- und Vermeidungsmaßnahmen, müssen auch hier verfahrenstechnische Maßnahmen eingesetzt werden. Dazu gibt es eine Vielzahl von erprobten Technologien, die es zu optimieren gilt, sowie ist die Entwicklung neuer Technologien erforderlich. Das gilt für die Abwasserbehandlung in gleichem Maße wie für die Trinkwasseraufbereitung.

 

Siedlungsentwässerung

In diesem Kompetenzfeld werden die Themen Planung, Bau, Betrieb und Sanierung von Entwässerungsanlagen behandelt. Bei der Planung werden Methoden wie die generelle Entwässerungsplanung bis hin zu Detailfragen der Regenwasserbewirtschaftung und der Modellierung bearbeitet. Beim Bau werden technische und wirtschaftliche Faktoren geprüft. Die Bandbreite beim Betrieb reicht von Strategien zur Optimierung bis zu den physikalischen, chemischen und biologische Prozessen im Kanal.

 

Umweltchemie

Zunehmende Belastungen unserer Gewässer durch Mikroschadstoffe, wie z.B. endokrine Modulatoren, Pharmazeutika, erfordern die Erforschung ihres Auftretens, die Analyse der Exposition, die Risikoabschätzung und das Risikomanagement sowie die Beratung bei der politischen Umsetzung. Ziel ist der Schutz der Ressource Wasser vor der Belastung durch anthropogene Schadstoffe durch Vermeidung relevanter Einträge oder durch Einsatz geeigneter verfahrenstechnischer Maßnahmen zu ihrer Reduktion.
Ein wichtiger Teil dieses Kompetenzfeld ist die Wasserchemie, die praktisch in alle anderen Kompetenzfelder hineinspielt (sh. auch Infrastruktureinrichtungen – Analysenlabors sowie Anhang).

 

Mikrobiologie im Wasserfach

Im Sinne einer auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Nutzung des Wassers hat sich die Mikrobiologie des Wassers als eigenständiger Fachbereich aus Teilgebieten etablierter wissenschaftlicher Disziplinen wie Limnologie, allgemeine Mikrobiologie, Ökologie sowie Hygiene und Gesundheitswesen entwickelt. Grundlegende Motivation ist ihr interdisziplinärer Ansatz sowie das Bestreben, die Belange von Biologie und Technik nutzbringend zu vereinen. Da biologische Prozesse sowohl im Bereich Reinwasser als auch im Bereich Abwasser eine überaus entscheidende Rolle spielen, deckt die Mikrobiologie im Wasserfach einen weiten Themenkreis ab und erweist sich damit als wichtiger Partner der Wasserwirtschaft mit ihren vielfältigen, ständig wachsenden Aufgaben.

 

Entwicklungszusammenarbeit

In diesem Kompetenzfeld geht es um die Unterstützung von Entwicklungsländern bei ihrem Bemühen um die Versorgung mit Trinkwasser sowie um die Abwasserbehandlung. Das Ziel ist die Implementierung von angepassten Technologien zum Wohle der betroffenen Bevölkerung hinsichtlich ökologischer, hygienischer, ökonomischer und soziologischer Randbedingungen.

Der Wassersektor im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit hat sich in den vergangenen Jahrzehnten aus rein technisch orientierten Projekten zu regionalen Programmen mit einer starken sektorpolitischen Komponente entwickelt. Die strategische Ausrichtung beinhaltet alle sozialen Bereiche und institutionellen Ebenen; von der Haushaltsebene mit Mobilisierungen und Ausbildungen, über die Regionen bis hin zur nationalen bzw. internationalen Ebene mit Politdialog. Die intensive Zusammenarbeit mit den lokalen Partnern auf allen diesen Ebenen ist die Basis für die Entwicklung von guten Lösungen.

 

Modellierung/Simulation

Derartige Verfahren sind unumgänglich, um Vorgänge in komplexen Behandlungs- und Reinigungsprozessen besser zu verstehen. Ihr Einsatz ermöglicht Einsparungen und höhere Sicherheit bei praktischen Experimenten. Sie sind die Voraussetzung für die Optimierung und Weiterentwicklung von Verfahren und Systemen.

 

Monitoring

Die permanente Überwachung der Wasserqualität ist erforderlich (u.a. auf Grund der EU Wasserrahmenrichtlinie), um bei Bedarf gezielt und schnell eingreifen zu können, bzw. um langfristige Trends festzustellen. Dazu werden Geräte verwendet, die Stand der Technik sind. Es werden aber auch neue Verfahren und Methoden entwickelt, die es einerseits erlauben, neue Parameter zu messen und andererseits die Messung etablierter Parameter genauer, robuster und/oder schneller machen. Oft werden die Geräte zu Messnetzen verbunden. Weiters wird besonderes Augenmerk auf die Datensammlung und -speicherung, sowie die Darstellung und die Interpretation der gewonnenen Messdaten gelegt.

 

Strategien für nachhaltige Siedlungswasserwirtschaft

Im Lichte der Forderung nach einer nachhaltigen Siedlungswasserwirtschaft (z.B. im Sinne der EU Wasserrahmenrichtlinie und internationaler Organisationen sowie in jenen Ländern, die einen hohen Aufholbedarf haben, wie Schwellen- und Entwicklungsländer)
werden neue Methoden der Entscheidungsfindung und die Umsetzung neuer Konzepte in allen oben angeführten Kompetenzfeldern notwendig sein. Dazu werden die daraus
resultierenden komplexen Fragestellungen unter Beachtung technischer, ökologischer, ökonomischer, institutioneller, politischer und soziologischer Randbedingungen in interdisziplinären Forschungsprojekten bearbeitet.