Neue Pilotstudie über die Auswirkungen von Glyphosat auf aquatische Organismen


In dieser Pilotstudie am Institut für Hydrobiologie und Gewässermanagement wird das Bioakkumulationspotential von Glyphosat und zwei seiner Metabolite, sowie deren Auswirkungen auf aquatische Organismen (mittels Metabolomik) untersucht. Ziel ist es, einen innovativen, experimentellen Ansatz für die Untersuchung von Pestizidauswirkungen unter Verwendung eines Mesokosmenaufbaus zu entwickeln.

In Österreich werden rund 3275 Tonnen Pestizide pro Jahr auf die Felder ausgebracht, wovon ca. die Hälfte aus Herbiziden besteht. Diese können direkt oder durch Erosion während Niederschlagsereignissen in Süßwasserökosysteme gelangen. Einige Herbizide und Metabolite werden im Substrat oder in Primärproduzenten akkumuliert. Folglich können sie in höhere trophische Stufen in der Nahrungskette gelangen, mit unterschiedlichen indirekten Auswirkungen auf pflanzenfressende und räuberische Organismen, abhängig von der Art des Herbizids und dessen Wirkungsweise.

Für die betroffenen Organismen kann die Bioakkumulation von Herbiziden zu einer chronischen Toxizität führen. Es existiert eine Vielzahl an Studien, die sich mit den direkten Auswirkungen von Herbiziden auf „Nichtzielorganismen“ beschäftigen, während die Nebenwirkungen vieler legaler Herbizide und ihrer Metabolite (chemische Stoffe, die durch den Abbau von Herbiziden entstehen) nicht gründlich untersucht wurden.

Einige Studien zeigen, dass eine große Anzahl der derzeit zugelassenen Herbizide und ihre Metabolite in Flüssen und Bächen nachgewiesen werden können. Untersuchungen über die möglichen Auswirkungen dieser Schadstoffe auf die Funktionalität von Süßwasserökosysteme, sowie Qualitätsstandards für viele dieser Stoffe fehlen jedoch weitestgehend. Dabei wird vor allem der Einfluss von Herbizid-Metaboliten oft vernachlässigt. Es bleibt weitgehend unbekannt, wie und in welchen Konzentrationen sich diese Stoffgruppen in Algen und Wasserpflanzen ansammeln und wie sie die nächsten trophischen Ebenen, wie die Wirbellosenfauna, weiter beeinflussen.

Diese Pilotstudie dient der Entwicklung innovativer Mesokosmen-Experimente zur Untersuchung dieser Fragestellungen. In dieser Vorstudie wird das Bioakkumulationspotential von Glyphosat und zwei seiner Metabolite, sowie deren Auswirkungen auf aquatische Organismen (mittels Metabolomik) untersucht. „Metabolomik“ bezieht sich auf die Identifizierung und Quantifizierung von Metaboliten in einer Zelle, einem Organ oder Organismus. Mit der Erforschung von Metabolomen können die Auswirkungen von Umweltstressoren auf Organismen untersucht werden.

Diese experimentelle Studie wird in Zusammenarbeit mit der BOKU Abteilung für Analytische Chemie und mit freundlicher Unterstützung von Air Liquide durchgeführt.


12.10.2018