STOP Waste - SAVE Food


STOP Waste SAVE Food – innovative Verpackungslösungen zur Abfallreduktion auf Handels- und Konsumentenebene


Die Problematik der Lebensmittelverschwendung ist heutzutage in aller Munde. Die Tatsache, dass in Österreich alleine rund 75.000 Tonnen Lebensmittel im Handel anfallen, die nicht verkauft werden, sowie zusätzlich rund 35.000 Tonnen an Brot und Gebäck, welche an die Lieferanten retourniert werden, wurde vom Institut für Abfallwirtschaft an anderer Stelle publiziert. Die in Haushalten anfallende Menge an vermeidbaren Lebensmittelabfällen wird gar auf 206.000 Tonnen pro Jahr geschätzt.

Die Gründe dafür sind vielfältig. Im Handel müssen oft Produkte entsorgt werden, deren Mindesthalbarkeitsdatum überschritten ist und die daher vom Konsumenten nicht mehr gekauft werden (unabhängig davon, ob die Produkte noch genießbar sind oder nicht). Eine Möglichkeit dem frühzeitigen Verderb von Lebensmitteln vorzubeugen bzw. auch die Haltbarkeit von Lebensmitteln zu verlängern sind eigens optimierte Verpackungssyteme.

Das Ende 2016 gestartete FFG-Branchenprojekt „STOP Waste – SAVE Food“ beschäftigt sich ganz praxisnah mit der Frage, ob verbesserter Schutz und verlängerte Haltbarkeit von Lebensmitteln durch Verarbeitungsoptimierung und innovative Verpackungslösungen wirklich zu einer Reduktion der Lebensmittelabfälle führen können. Zusammen mit den Projektpartnern OFI, denkstatt und dem Institut für Lebensmitteltechnologie der BOKU sowie Industriepartnern (wie REWE, SPAR, Constantia, Dupont, Sealed Air, Südpack, Gurkenprinz und Staud`s) werden Verbesserungsszenarien für die Lebensmittelproduktion, die Herstellung primärer und sekundärer Verpackungen sowie für Verpackung und Distribution erarbeitet. Eine objektive und umfassendes CO2 Fußabdruck-Berechnung sowie eine Kosten-Nutzen-Analyse entlang der Wertschöpfungskette werden durchgeführt.
Ziel ist die Entwicklung von Richtlinien mit ökologischen und ökonomischen Zielgrößen und Handlungs-empfehlungen.
Am Institut für Abfallwirtschaft sollen vor allem die Effekte der optimierten Verpackungen für den Konsumenten analysiert werden. Nahrungsmittel werden oft für den Transport und Handel optimal verpackt, in weiterer Folge im Haushalt aber falsch gelagert oder die Verpackung verliert nach der ersten Öffnung ihre schützende Wirksamkeit. Um die Verpackungen auch für den Haushalt zu verbessern und somit einen weiteren Beitrag zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen zu leisten, versucht das ABF-BOKU u.a. mittels Befragungen herauszufinden, wie die Menschen nach dem Einkauf mit den Produkten umgehen. Zudem werden Simulationen mit unterschiedlichen Verpackungen und verschiedener Lagerung im Haushalt durchgeführt.

Kontakt: DI Gudrun Obersteiner