Auf der ganzen Linie gegen Lebensmittelabfälle

Lebensmittelabfälle zu verhindern bzw. zu reduzieren und gleichzeitig die Sicherheit der Lebensmittel- und Futtermittelkette zu gewährleisten, weckt EU-weit wachsendes gesellschaftliches, wirtschaftliches, ökologisches und politisches Interesse. Am Institut für Abfallwirtschaft der BOKU (ABF-BOKU) sind „Lebensmittelabfälle“ schon seit mehr als 10 Jahren ein wichtiger Forschungsbereich. Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass allein auf Haushaltsebene in Österreich jährlich rund 207.000 Tonnen vermeidbare Lebensmittelabfälle anfallen – eine Menge, die etwa der Masse von 20 Eiffeltürmen entspricht. Zahlreiche laufenden Projekten des ABF-BOKU beschäftigen sich daher mit der Analyse von Lebensmittelabfällen entlang der gesamten Wertschöpfungskette:

Landwirtschaftliche Produktion: Mit Beginn der Erntezeit startete eine „Gleaning“-Pilotaktion, bei der im Wiener Raum abgeerntete Karotten-, Zwiebel-, Erdäpfel- und Kürbisfelder nachgeerntet, Ernteverluste und Nacherntepotential ermittelt und neue Vermarktungswege für Ausschussgemüse gesucht werden.

Handel: Jährlich fallen in Österreich rund 75.000 Tonnen Lebensmittel im Handel an, die nicht verkauft werden; zusätzlich werden rund 35.000 Tonnen an Brot und Gebäck an die Lieferanten retourniert (ABF-BOKU). Im Rahmen des Ende 2016 gestarteten FFG-Branchenprojekts „STOP Waste – SAVE Food“ beschäftigt sich das ABF-BOKU zusammen mit dem Institut für Lebensmitteltechnologie der BOKU sowie weiteren Projekt- und Industriepartnern ganz praxisnah mit der Frage, ob optimierte Verpackungen wirklich zu einer Verlängerung der Haltbarkeit von Lebensmitteln und damit zu einer Reduktion der Lebensmittelabfälle führen.

Außer-Haus-Verpflegung: Im Rahmen verschiedener Projekte bzw. Initiativen (z.B. STREFOWA, UnitedAgainstWaste) werden Aufkommen und Zusammensetzung der Lebensmittelabfälle in der Gastronomie und Tourismusbranche (Großküchen in Hotels und Restaurants, Event-Catering-Betriebe, …) analysiert.
(United Against Waste Homepage)

Haushalte: Zahlreiche Aktivitäten des ABF-BOKU zielen darauf ab, das Bewusstsein für Lebensmittel-verschwendung von SchülerInnen und KonsumentInnen zu erhöhen, z.B. eine im Mai 2017 durchgeführte Haushaltsumfrage, die STREFOWA-Roadshow am Wiener Mistfest 2017, einen Workshop bei der KinderBOKU
oder die Entwicklung von Unterrichtsmaterialien für 10-14-Jährige sowie maßgeschneiderte Lehrmaterialien für SchülerInnen österreichischen Tourismusschulen.

Als Partner im EU-Projekt Refresh ist das ABF-BOKU des Weiteren auch an der methodischen Weiterentwicklung von Ansätzen zur Valorisierung von Lebensmittelabfällen beteiligt.

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